Unterwegs in Deutschland

Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf

Hinfahren! Staunen!  Beeindruckt sein!  Zur Ruhe kommen!

Wer den Nationalpark Eifel ansteuert, sollte einen Abstecher nach Mechernich-Wachendorf machen und vom speziell eingerichteten Besucher-Parkplatz in 15 Minuten zur Bruder-Klaus-Kapelle wandern.

Bruder-Klaus-Kapelle

Bruder-Klaus-Kapelle

Die Familie Scheidtweiler hat die Kapelle gestiftet und selbst mit etlichen Freunden 2006/07 nach den Plänen des renomierten Schweizer Architekten Peter Zumthor  auf ihrem Grund errichtet. (Zumthor hat auch das Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln geplant)

Landwirt-Familie Scheidtweiler verehrt den Schweizer-Nationalheiligen Niklaus von Flue, auch ein Bauer. Er war Richter und Ratsherr, der im 15. Jahrhundert lebte. Irgendwann beendete er sein bürgerliches Leben und wurde zum Einsiedler, der als Ratsherr gefragt blieb und 1481 die zerstrittenen Eidgenossen vor einem Bürgerkrieg bewahrte.

Wer eine Kapelle im herkömmlichen Sinn erwartet muss umdenken:
„Wie ein fremder Solitär in der Landschaft ragt der helle kantige Betonbau mit seiner Grundfläche von wenigen Quadratmetern immerhin zwölf Meter in die Höhe. Nur ein kleines Kreuz über einer schweren Metalltüre weist darauf hin, dass es sich um einen sakralen Raum handelt.
Ganz anders sieht es im Inneren as. Dunkel und niedrig ist es auf den ersten Metern, in denen ein kurzer geschwungenen Gang bis in den eigentlichen Andachtsraum führt. Dieser Raum öffnet sich  bis in die offene Spitze, so dass Licht (und ggf. auch Regen) ungehindert in die Kapelle fallen.
Das Loch oben ist entstanden, weil 112 Fichtenstämme aus der Gegend für das Innengerüst der Kapelle zunächst zeltartig zusammengestellt wurden. Darüber wurde in 24 Schichten der Beton aus rötlich-gelbem Sand, Flusskies und weißem Zement gegossen. Anschließend wurden die Baumstämme durch ein wochenlanges Schwelen ausgeköhlert, wodurch sich das Holz wieder vom Beton löste und leicht ausgebaut werden konnte.
So ist der Innenraum nun dunkel und rund – ganz anders als von außen vermutet.“

Lichteinfall

Lichteinfall

Auszug aus einem Bericht des  Rhein-Sieg-Anzeigers

Dieser dunkle, zeltartige Innenraum, bekommt Licht nur von der Öffnung in der Spitze und den 350 Glaskugeln, die in den Beton eingelassen sind oder vielleicht von den schmalen Kerzen, die in eine „Sandbank“ gesteckt werden können.

Zur Ruhe, Einkehr, Besinnung lädt eine schmale, geschwungene Bank ein.

Stille umgibt Dich! Schalte ab! Halte inne!

Mich hat das Bauwerk tief beeindruckt.
Insbesondere bei dem Wetter am Tage meines Besuchs: Sonne, die gelegentlich zwischen Regenschauern durch wuchtige Wolken hervorlugt und den Kapellen-Koloss regelrecht anstrahlt!

Anfahrt:
Mit dem Auto die A 1 bis Bad Münstereifel/Mechernich, nach der Abfahrt zunächst rechts ab und an der ersten Möglichkeit links abbiegen Richtung Holzheim/Weiler a.B. (L 499), weiter über Weiler und Rißdorf bis zur Ortschaft Lessenich. Dort in der Ortsmitte nach rechts abbiegen Richtung Wachendorf. nach zwei Kilometern dem Hinweis zum Parkplatz folgen.
Von dort sieht man am Waldrand bereits den hohen „Monolit“

Öffnungszeiten:
Während der Sommerzeit Dienstag bis Sonntag 10-17 Uhr (in der Winterzeit 10-16 Uhr.
Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind willkommen.

Informationen unter www.feldkapelle.de

Ein Kommentar zu “Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf

  1. Anne Hopf

    Als ginge man in ein Feld hinein, so kam es mir vor als ich, am Mittwoch, die Feldkapelle besuchte.
    Sie hat eine eigenartige Wirkung auf mich….auffällig unauffällig empfand ich dieses Gebäude, wie ein Feld, das in die Vertikale hineinragt.
    Der sonnige Tag ließ sie, in gewisser Weise, mit dem Acker verschmelzen, der gerade gepflügt wurde.
    Und in dem Feld viel Steine…. Das fügte sich ein mit der äußeren Betonwand der Kapelle …
    und innen dann diese Stille, diese Ruhe und die Schönheit des Lichts von oben, und das funkeln der Glastropfen in den Wänden.
    Es war so einfach innezuhalten und auf das zu hören, was aus dem Herzen kommt.
    Ich bin berührt und begeistert von der Feldkapelle. Ein offener Raum in dem sich der Geist bewegen kann bis in die endlose Weite.

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