Unterwegs in Deutschland

Garmisch-Partenkirchen

BayernOhne und mit SchneeGarmisch-Partenkirchen
vom 21. – 30. Januar 2007

So, nun bin ich bereits über eine Woche im schönen Garmisch-Partenkirchen im Werdenfelserland und kann berichten.

Mein lieber Sohn brachte mich von seinem Wohnort Handzell nach München-Pasing und von dort ging es in einer guten Stunde mit dem Zug für 16.40 Euro nach Garmisch- Partenkirchen, vorbei am Starnberger See. Dahinter grüßten schon die Berge und Tutzing, mein Schulort. Erinnerungen wurden wieder lebendig, ich hielt auch nach dem „Zeugen der Eiszeit“, einem riesigen Felsbrocken am Bahnsteig Ausschau – er ist immer noch da  – weiter über Weilheim – meiner Geburtsstadt. Von dort hatte ich  schon einen Blick auf den Hohenpeißenberg, den „Bayrischen Rigi“ – Murnau mit dem Staffelsee, mein Herz wurde immer weiter, die nächsten Orte wie Ohlstadt, Eschenlohe und Oberau flogen vorbei und immer schon im Blickfeld die Alpspitze (2628 m), mein absoluter Lieblingsberg mit vorgelagertem kleinen und großen Waxenstein, dahinter Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze mit 2964 m.
Mit einem Taxi war ich schnell in dem von mir seit einigen Jahren bevorzugten Hotel, dem

Staudacherhof.

Dieses Hotel mit seinen 41 liebevoll eingerichteten Zimmern zeichnet sich durch die sehr persönliche, familiäre und individuelle Betreuung durch die Besitzer wie auch die Angestellten aus. Schon die Begrüßung an der Rezeption läßt einen gleich „zu Hause“ sein. Die aufmerksame und herzliche Betreuung setzt sich im Restaurant fort und der Koch mit seinem Team kreiert köstliche Gerichte, die durch die Weinempfehlungen des Sommeliers wirklich perfekt werden.
Also: Ein Hotel um sich rundum wohl zu fühlen, wobei ich den Wellnessbereich noch gar nicht erwähnt habe.
Das fängt schon morgens damit an, wenn man das Schwimmbad betritt, daß man mit einem „Guten-Morgen-Kaffee“ zum Wachwerden empfangen wird, wer Tee bevorzugt, kommt hier auch nicht zu kurz.
Das wohltemperierte Wasser im Becken (29) Grad animiert sowohl zum Schwimmen als auch zur Wassergymnastik und schon von hier aus hat man den Ausblick auf den Garmisch-Partenkirchner Sonnenberg, den Wank.
Das üppige Frühstücksbüffett läßt keine Wünsche offen und für mich wird immer extra eine Brezn reserviert, damit ich – auch wenn ich später komme – nicht darauf verzichten muß. Das am Tisch bereitliegende Wellnessjournal informiert über das Wetter, die sportlichen Aktivitäten des Tages im Haus – heute wird Lach-Yoga angeboten und vorgestellt – den Menüvorschlag, den Wandervorschlag und ein bißchen Besinnung: Den Spruch des Tages. So zum Beispiel heute:
„Den Vorsätzen, den guten, alten, denen bleiben wir stets treu, wir woll’n sie gerne behalten, sie sind ja noch wie neu.“
So gewappnet, kann man den Tag beginnen.

Meinen ersten Tag, Montag, den 22.1.2007, lasse ich langsam angehen.
garmischDas Wetter ist trübe und kein Schnee.
Erstmal ein Schaufensterbummel, Buchkauf und Badeanzugkauf, da ich meinen tatsächlich irgendwo vergessen habe, dann den „Begrüßungsspaziergang“ bis Partenkirchen durch die malerische Ludwigstraße vorbei am Skistadion den Wiesenweg zum Hotel zurück.
Ab 16 Uhr bin ich im wunderschönen Wellnessbereich. Auch eine Besonderheit des Hotels: Viele Krüge mit diversen Tees, Tabletts mit mundgerechten Obststückchen und ein Obstkorb erwarten einen.
Dann habe ich die Wahl der Qual: Gehe ich zuerst in die bayerische Schwitzstube mit 95 Grad oder in das Sole-Blüten-Dampfbad oder in das Laconium/Tepidarium mit 65 Grad bzw. 35 Grad ? Sicher mache ich zuerst den Spaziergang durch den Kneippbach mit dem Kieselflussbett.
So kann man es sich gut gehen lassen und dann die Vorfreude auf das köstliche 4-Gänge-Menü und den exquisiten Wein oder heute lieber alkoholfreies Bier?

Um 20 Uhr beginnt die Lach-Yoga Einführung zu der ich mich angemeldet hatte. Ich bin die einzige Teilnehmerin, jedoch schreckt das weder den Trainer noch mich. Nach einer kurzen Einführung, daß weder Witze erzählt noch lustige Filme gezeigt werden – nein – über ganz einfache Lach-Übungen kommt man dazu, zunächst über absichtliches Lachen schnell zur ausgelassenen Heiterkeit des herzerfrischenden Lachens. Lach-Yoga ist eine Methode, mit der man die positiven Kräfte des Lachens besonders effektiv nützen kann. Es ist gewöhnungsbedürftig und besonders heftig muß ich lachen, wenn ich mir das Gesicht meines Mannes vorstelle wenn er hier mitmachen sollte.
Am besten gelingt mir das Lachen mit einem Sprung ins Lachen.

HAHAHA-HOHOHO!

Dienstag, 23. Januar 2007
Wetter: erster Eindruck, bedeckt, vom Frühstücksplatz kann ich die Alpspitze nicht sehen.
Ein reichhaltiges Frühstück als Grundlage und um 10 Uhr eine Bandscheibenmassage nach Dr. Breuss.
Der Wochen-Entspannungs-Tipp im Staudachers aktuellem Wellness-Journal animiert mich. Da heißt es:
„Bandscheibenmassage nach Prof. Breuss: Der Österreicher Rudolf Breuss fand heraus, daß eine Wirbelsäulenmassage mit Johanniskrautöl ausgetrocknete Bandscheiben wieder zum Aufquellen brachte. Dadurch wird der gesamte Bandscheibenapparat wieder in seiner Beweglichkeit und Stabilität gestärkt. Preis: 30,00 EUR/25 min.“
Danach erledige ich einiges im Ort, wie zur Post, zur Apotheke und zur Bank. Um 12.45 Uhr wandere ich über den Kramerplateauweg in gut einer Stunde zum Pflegersee. Hier, im Restaurant, trinke ich eine große Schale köstlichen Milchkaffees und trockne den schweißnassen Rücken am Kachelofen. Der Blick auf den See ist leider verhangen.

Da ich in Wanderlaune bin, steige ich zur Ruine Werdenfels auf und auf einemeinsamen, leicht verschneiten Weg nach Burgrain ab. Von hier geht es auf

Ruine Werdenfels

Ruine Werdenfels

dem Fußweg an der Fahrstraße entlang nach Garmisch, über die Loisachbrücke und dann links durch den Hintereingang durch den Kurpark zum Touristbüro um zu erfahren, ob eventuell in Kaltenbrunn Langlauf möglich ist.

Leider nein! Zu wenig Schnee.
Um 16.30 Uhr bin ich wieder im Hotel zurück und nun widme ich mich bis zum Abendessen diversen Saunagängen.
Ich habe mir angewöhnt, nach dem Abendessen noch einen strammen Marsch von ca. 45 Minuten zu machen und komme um 21.30 bei dichtem Schneegestöber wieder zurück.
Na, vielleicht klappt es ja doch noch mit dem Skifahren bzw. Langlaufen.

Mittwoch, 24. 1. 2007
Heute habe ich mir eine Wanderung vorgenommen: entweder Richtung Wamberg oder Hintergraseck. Jedoch für beide will ich erst mit der Eckbauer Bahn hochfahren.
In einer Stunde gehe ich mit Schneeboots durch Schnee bis zur Bergbahn.
Dank der Gap-Card – eine Besonderheit einiger Hotels in Garmisch-Partenkirchen, wenn man wenigstens 8 Übernachtungen bucht, stehen einem mit dieser Karte verschiedene Aktivitäten kostenlos zur Verfügung; zum Beispiel Berg- und Talfahrt mit der Eckbauer Bahn, oder Theateraufführungen, oder Schnupperkurse für Langlauf oder Schneeschuhwandern, Fackelwanderung durch die Partnachklamm, Kutschfahrt oder Schnupperabend im Spielkasino und und und.
In 15 Minuten bin ich mit der kleinen Vierergondel auf 1237 m und stehe im tiefen Schnee. Ich muß mir selbst Richtung Wamberg den Weg stapfen, heute ging hier noch niemand her. Die Sonne scheint und es ist einfach herrlich.
Nach knapp einer halben Stunde komme ich an die Weggabelung: entweder

Alleine oberhalb Garmisch

Alleine oberhalb Garmisch

links nach Wamberg oder rechts über Hintergraseck nach Graseck und Abstieg nach Garmisch-Partenkirchen. Da mir eine Familie mit Schlitten aus Richtung Hintergraseck entgegenkommt, entscheide ich mich, diesen Weg zu nehmen, da zum einen bereits „gespurt“ ist und zum anderen ich dort bestimmt seit meiner Kindheit nicht mehr gewesen bin. Mutterseelenalleine ziehe ich meines Wegs, wollte gerne in der Hütte Hintergraseck einkehren. Die war leider geschlossen. Weiter also bis Graseck. Ich ignoriere die Einkehrmöglichkeiten im Forsthaus Graseck und beim Hanneslabauer, da ich jetzt zu naß geschwitzt bin. Hier muß ich die Entscheidung treffen: gehe ich durch die Partnachklamm – das habe ich vergangens Jahr bei total vereister Klamm und traumhaftem Sonnenwetter gemacht, – fahre ich mit meiner Karte bergab oder gehe ich beim Hanneslabauer bergab. Ich entscheide mich fürs Gehen und bedauere es sehr, da der Weg leider geräumt worden ist, jedoch nicht so gut, daß man darauf gehen kann, zu eisig, so hangle ich mich in dem zur Seite geschobenen Schnee abwärts. Zum Glück bin ich in 20 Minuten unten und komme unterhalb der Partnachklamm aus. Den Fußweg Richtung Partenkirchen habe ich leider nicht gefunden, war wohl zu tief verschneit. Eine Stunde geht man nun bis zum Skistadion und von dort schaffte ich es in nur 45 Minuten bis zum Hotel.
War eine stramme Leistung von gut 4 Stunden Wanderung. Aber schön war’s.
Heute nur kurz in die Sauna um eventuellem Muskelkater zuvor zu kommen und dann um 17.30 Uhr zum Cocktailempfang, zu dem Familie Staudacher eingeladen hat. Anschließend zum Abendessen und dann den üblichen Abendrundgang. Danach läßt es sich gut schlafen.

Donnerstag, 25. Januar 2007
Minus 4 Grad und trübe. Macht nichts, Garmisch-Partenkirchen ist bei jedem Wetter schön.

Garmisch ohne Touristen

Garmisch ohne Touristen

Nach dem Frühstück wieder die gute Bandscheibenmassage mit anschließender Johanniskrautölpackung um die ausgetrockneten Bandscheiben wieder „aufzuplustern“.
Erst muß ich nun meine Batterie für die Kamera vom Aufladen abholen, da ich das Aufladegerät nicht mitgenommen habe, dann zum Touristbüro um den Weg zum Gasthof St. Martin am Grasberg zu erfragen. Da man mich hier aufmerksam macht, daß dieser Weg glatt sein könnte, erhalte ich – nach Nachfrage – kostenlos Nordic-Walking-Stöcke ausgeliehen und kann sie wahrlich gut gebrauchen.
Der Weg führt in ca. 20 Minuten vom Touristbüro an der Loisach entlang, über die Brücke und durch den älteren Teil von Garmisch, vorbei an der berühmten Frühlingsstraße mit ihren schönen Häusern, an der alten Kirche St. Martin, der Bayernhalle steil hinauf bis zum Kramerplateauweg vorbei an der Kriegerkapelle. Von hier zweigt direkt rechts der Weg zur Hütte St. Martin ab. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und geräumt mit nur einer dünnen, aber glatten Schneeschicht. Ich bin überrascht, daß ich die Strecke – stetig – langsam – in gut einer halben Stunde schaffe. 45 Minuten werden laut Führer vorgegeben. Der Weg ist zauberhaft, da es nachts geschneit und nun etwas

Verschneiter Wald

Verschneiter Wald

gefroren hat, sehen die Bäume unwirklich aus und immer wieder muß ich einen Baum oder eine Baumgruppe  fotografieren.
In dem Gasthof, an dem dicke Eiszapfen hängen, also

Eiszapfen

Eiszapfen

ein richtiges Wintermärchen, bin ich kurz nach 12 Uhr die einzige Besucherin. Leider kann ich den Ausspruch von König Max, daß hier der schönste Platz der Erde ist, nicht ganz nachvollziehen, da die ganze Gebirgskette, die man bei schönem Wetter sehen würde – vom Karwendel über Alpspitze – großer- und kleiner Waxenstein sowie die Zugspitze – verhangen ist. Keine Sicht. Aber meine Phantasie reicht aus und ich bin rund um glücklich.
Beim Abstieg bin ich für die Stöcke äußerst dankbar, da sie mich vor dem Ausgleiten bewahren. Da ich so gut in Fahrt bin, gehe ich noch nicht zum Hotel zurück sondern nochmals auf dem Kramerplateauweg Richtung Pflegersee, folge jedoch den Hinweisschildern Richtung Schmölzersee. Hier war ich noch nie und von dort aus nun Richtung Garmisch und komme wieder im alten Teil von Garmisch aus.
Ich besichtige noch die Alte Kirche St. Martin, die tatsächlich offen ist.
An der Stelle der 1488 erbauten und zu klein gewordenen Nikolauskapelle, wurde die katholische Pfarrkirche von 1730-33 erbaut. Baumeister war der bedeutende Wessobrunner Josef Schmutzer, der ja im Pfaffenwinkel vielfach gewirkt hat. Besonders wertvoll ist die Kanzel vom Bildhauer Franz Hosp aus Imst. Die Deckenfresken stammen von Matthias Günter.

Ausstellung Christian Schied

Ausstellung
Christian Schied

Da ich die geliehenen Stöcke wieder beim Touristbüro abgeben will, gehe ich durch den Kurpark und besichtige noch im Kurhaus die farbenfrohen Gemälde des Künstlers Christian Schied. Geschmacksache.
Im Touristbüro empfiehlt man mir, wenn ich noch mehr wandern will, die Stöcke doch zu behalten. Ist doch nett, oder?
Auf dem Weg zum Hotel habe ich noch ein paar Anrufe getätigt und um 15 Uhr bin ich wieder zurück.
Anschließend Sauna und bereits kurz nach 18 Uhr zum Abendessen, da ich mich für 20 Uhr im Spielcasino von Garmisch zu einem Schnupperabend angemeldet habe. Dies ist auch ein Angebot auf der GAP-Card.
Drei junge Mädchen waren genauso neugierig wie ich und der Croupier erklärt uns bei einem Glas Sekt weit über eine Stunde die Spielregeln an einem Spieltisch in einem separaten Raum. Wir können auch mit ausgedienten Jetons üben und immerhin hätte ich 800 Euro gewonnen.
Als wir in den Spielsalon geführt werden, beschränken wir uns auf’s Zuschauen.
Im Erdgeschoß befinden sich die elektronischen Spieltische. Ich opfere zwei 50 Centstücke und sitze wie der „Ochs vorm Berg“ vor diesem Gerät. Keine Ahnung was ich drücken muß und siehe da, trotzdem spuckt der Apparat nach einiger Zeit nach einigen Tastaturversuchen 22 Euro aus. Meine zwei 50-Centstücke verspiele ich nun doch noch, ratzefatz und das war’s für mich. Wahrscheinlich auf Nimmerwiedersehen. Aber man muß es doch mal probiert haben.

Freitag , 26. Januar 2007
Der Wetterbericht sagt: „Heute bleibt es wechselnd bewölkt und sehr kalt. Nur selten läßt sich die Sonne blicken. Die Temperaturen liegen bei – 4 ° Celsius bis – 14° C.“
Auf Empfehlung des Fremdenverkehrsbüros plane ich die Wanderung Richtung Pfeifer-Alm – Gschwandnerbauer.

Garmisch Schneelandschaft

Garmisch
Schneelandschaft

Mit dem Bus fahre ich um 10.20 Uhr bis Ludwigstraße und mache mich an den gut beschilderten Aufstieg. Ich habe Glück, Schneelandschaft und etwas mehr als nur selten läßt sich die Sonne blicken. Herrlicher Blick auf das Karwendel- und das Wettersteingebirge. Der Weg ist gut geräumt und da ich zum Glück noch die Stöcke habe, läßt es sich sehr gut gehen. Um 11.45 bin ich bereits beim Geschwandnerbauer und kehre ein.
Den Abstieg wähle ich gleich links nach Kaltenbrunn. Hier ist allerdings nicht geräumt und dennoch bin ich nach einer dreiviertel Stunde unten in Kaltenbrunn. Da meine Kondition noch gut und es erst 13 Uhr ist, beschließe ich, nicht mit dem Bus nach Garmisch-Partenkirchen zurückzufahren, sondern suche und finde nach einigem Fragen auch den Aufstieg nach Wamberg. Erst muß ich „spuren“ bis ich auf die Fahrstraße gelange. Diese ist sehr vereist und mir kommt auch ein Traktor entgegen, der vier Baumstämme ins Tal schleift. Der Weg ist ziemlich schattig und dadurch

Rechts oder Links ?

Rechts oder Links ?

sehr kalt, da ich jedoch Tempo vorlege, weil ich nicht weiß ob ich von Wamberg im Winter nach Partenkirchen gehen kann, gerate ich doch ins Schwitzen.
Eine Bäuerin ist beim Misten und sie erklärt mir den Weg ins Tal: „einfach da lang“. Zum Glück ging wohl an diesem Tag schon Jemand mit Hund den Weg, so daß ich mich orientieren kann.
Was bin ich für die Stöcke dankbar – ohne die wäre ich auf dem steilen Weg, total verschneit und der Untergrund eisig, verloren gewesen.
Ich denke, es muß der Weg sein den wir, Manfred und ich, vor vier Jahren mit Hans und Marianne im Sommer vom Eckbauern kommend gegangen sind.
Um 14.30 Uhr komme ich beim Klinikum aus und nehme nun dankbar, auch wenn ich 10 Minuten warten muß, den Bus zurück zum Kurpark und gebe nun die Stöcke retour.
Nach dieser Mammutwanderung habe ich mir im Hotel Kaffee und Kuchen verdient, genieße anschließend wieder den Wellnessbereich und später das leckere Abendessen: Saiblingterrine mit Gurkensalat, Salatbuffet und Frischlingsrücken mit Haselnussspätzle, Rosenkohl und Wildsauce sowie Traubensalat mit Karotten, roten Zwiebeln und gebratenem Picandou. Ist das nichts?

Samstag, 27. Januar 2007
Für heute sind laut Wetterbericht Schnee und -3° bis minus -12° angesagt.
Nach dem Frühstück um 10 Uhr wieder Bandscheibenmassage, dann in der Apotheke Tropfen gegen meine entzündeten Augen – Schnee und Sonne – gekauft. An dem Flüßchen Kanker vorbei bin ich nach Partenkirchen gegangen. Die Esterbergalm ist heute mein Ziel.

Sebastians Kircherl

Sebastians Kircherl

Da mich nichts drängt, schaue ich zuerst in das Sebastianskircherl rein, einst eine Pestkapelle, die 1924 mit Fresken versehen wurde.
Dann geht es Richtung St.-Anton-Anlagen, den Kreuzweg hoch bis zur Wallfahrtskirche St. Anton, die 1708 erbaut wurde, eine sehenswerte Spätbarock- bzw. Rokokokirche. Was mich jedoch erschüttert sind die vielen Gedenktafeln für die jungen, im Krieg gefallenen Burschen.

Von hier aus geht es auf dem Forstweg Richtung Esterbergalm.
Es fängt an zu schneien und einsam steige ich stetig hinauf. Der Schnee verdeckt bereits nach kurzer Zeit wieder meine Spuren und immer wieder ein Hinweisschild zur Esterbergalm, aber leider nie eine Zeitangabe. Nach zwei Stunden, als ich aus dem geschützteren Teil auf eine zugige Fläche komme – der Wind pfeift und der Schnee wirbelt – wieder eine Hinweistafel:
Farchantalm ½ Stunde, Esterbergalm. Da ich jedoch ohne Plan gegangen bin, weiß ich nicht einmal, ist die Farchantalm vor oder hinter der von mir angestrebten Alm. Keine Menschenseele, es ist ½ 2 Uhr und mir wird etwas unheimlich. Ich halte eine kurze Zwiesprache mit mir und sage mir, „Irmgard, sei nicht leichtsinnig, kehr‘ um.“ Und ich bin so vernünftig und stapfe wieder zurück. Ziemlich weit unten kommen mir dann ein paar Leutchen mit Schlitten entgegen und im Hotel muß ich mir dann sagen lassen, nachdem ich die Lage dort oben beschrieben habe, ich war wohl nur noch fünf Minuten von der Alm entfernt.

Hinweise

Hinweise

Anregung an das Fremdenverkehrsbüro oder wer für die Beschriftung der Hinweistafeln zuständig ist, Zeitangaben, wie für alle anderen Ziele, wäre auch für die Esterbergalm angebracht.
Immerhin: Eine etwas andere Tour.

Der bereits routinemäßige Abendausklang: Sauna, Abendessen. Aber dann: Auf ins „Kleine Theater“ am Richard Strauss-Platz.

„Amadeus“ von Peter Shaffer steht auf dem Spielplan. Ich bin sehr neugierig auf die Inszenierung, habe ich doch vor Jahren dieses Hauptwerk Peter Shaffers gesehen, dessen Verfilmung acht Oskars erhielt.
Phantastisch! Rainer Pokorny als Salieri und Florian Kiml als Mozart, ich bekam eine Gänsehaut. Voller Erfolg!

Sonntag, 28. Januar 2007
Manfreds Namenstag. Also erstmal ein Gratulationsanruf. Dann zur Wassergymnastik, Frühstück und um 10.30 Uhr zur Sonntagsmesse. Wieder ins Hotel und wandermäßig umgezogen.
Um 12 Uhr bin ich startklar zum Aufstieg auf die Tonihütte.

Alpspitzblick

Alpspitzblick

Vom Hotel links Richtung Alpspitzstraße bis zum Riessersee-Fußweg, in 10 Minuten bin ich am Wald. Jedoch der Aufstieg ist gesperrt. Also den Hammersbacher Fußweg etwas weiter und dann zum Riessersee, der noch im Schatten liegt. Hinter dem

Beim Riessersee

Beim Riessersee

Café-Restaurant sind bereits die entsprechenden Hinweisschilder angebracht. Ein schmaler, schneebedeckter Pfad führt von dort bis zur Forststraße hoch, die gut geräumt ist, jedoch noch einen leicht rutschigen Eisuntergrund hat. Es läßt sich jedoch gut aufwärts gehen und um 13.30 Uhr bin

Toni-Alm

Toni-Alm

ich bereits an der voll in der Sonne liegenden Tonialm angekommen. Einige versprengte Skifahrer halten hier ihre Mittagsjause und auch ich gönne mir einen Milchkaffee. Da ich etwas Befürchtungen vor dem glatten Abstieg habe, will ich nach Beratung mit dem Hüttenwirt zum Garmischer Haus aufsteigen und dann mit der Hausbergbahn ins Tal zurückfahren. Gut eine Viertelstunde bin ich nach Anweisung noch aufwärts gestapft, um dann auf der Skiabfahrt auszukommen. Kein Hinweisschild, keine Spur von Fußgängern, also kehrt und den Hinweg auch als Rückweg. Erstaunlicherweise läßt es sich gut gehen und strammen Schrittes gehe ich oberhalb des Riessersees bis zur Aulealm und dann weiter runter bis zu den Gleisen der Zugspitzbahn. Quer über

Verschneite Wiesen

Verschneite Wiesen

die verschneiten Wiesen, die seit gestern erstmals gespurte Loipe sieht ziemlich dreckig aus – es war kein genügender Untergrund vorhanden – geht es durch die Klarweinstraße zurück zum Hotel. Um 15.30 Uhr war auch diese Tour bei herrlichstem Sonnenschein zu Ende.
Über den Rest des Tages gibt es außer dem bereits zur Routine gewordenen Tagesablauf nichts Besonderes mehr sagen.

Montag, 29. Januar 2007
Wetter: mild, teils sonnig, teils bewölkt, so die Vorhersage.
Nach Wassergymnastik und Frühstück noch eine letzte Bandscheibenmassage.
Den letzten Urlaubstag lasse ich mit einem Bummel durch Partenkirchen und Garmisch ausklingen. Mit dem Bus fahr ich bis nach Partenkirchen, zur historischen Ludwigstraße, Das Sebastiankircherl habe ich mir schon angesehen, also nochmals die sehenswerte Ludwigstraße, die schon vor 2000 Jahren ein Teilstück der römischen Alpenstraße „Via Claudia“ mit dem Kathell Parthanum, dem heutigen Partenkirchen war.
Im Fremdenführer lese ich nach, daß sie schon vor fast 100 Jahren  der zentrale Handelsplatz im Werdenfelser Land war, das man weithin „das goldene Landl“ nannte. (Hier wurde ich inzwischen vom Leiter des Tourismusbüro Garmisch-Partenkirchen, Herrn Weinberger, informiert: Da irrt der Fremdenführer – die hohe Zeit des „Goldenen Landls“ mit dem zentralen Handelsplatz Partenkirchen war von ca. 1480 – 1650, also vor über 500 Jahren.) Wunderschöne Häuser, die mit Fresken und Stuck geschmückt sind, mit vielen Auslegern, Erkern. Alles echt und unverfälscht einheimisch.
Am Bahnhof erstehe ich meine Fahrkarte für morgen nach München und nun mache ich mich noch ein bißchen auf Fotojagd nach alten Häusern im Garmischer Teil. Am Richard Strauss-Platz, der nach dem Opernkomponisten benannt ist, in dessen Villa unterm Kramer viele seiner Werke entstanden sind, und den meine Großtante, Tante „Nürnberg“, die eine gefeierte Opernsängerin war, noch persönlich kannte, zeigt uns der Brunnen Figuren aus seinen Opern.

Lüftelmalerei

Lüftelmalerei

Die Lüftlmalerei ist an diversen Häusern zu bewundern und am Sorgehaus schmückt ein Fresko aus dem Jahre 1926 von Heinrich Bickel das Haus. Wenig weiter duckt sich das Polznkasparhaus. Auf einem Balken ist die Jahreszahl 1595 vermerkt. Am

Alte Apotheke

Alte Apotheke

Marienplatz ist die Alte Apotheke mit ihrem Empiredekor, die 1792 an Stelle der Dorfschmiede erbaut wurde, das Prunkstück. Das Atlas Posthotel war schon um 1620 eine Wirtschaft. Sehenswert ist in diesem Rund auch das Hiblerhaus neben dem Posthotel sowie schräg gegenüber das Haus Isi’s Goldener Engel, das mit Steinen aus der Burgruine Werdenfels erbaut worden sein soll.
Ich mache noch einen Abstecher Richtung Loisach, überquere sie auf der überdachten Brücke und spaziere über die Sonnenstraße mit den gepflegten Werdenfelser Bauernhäuser, zur Frühlingsstraße. Einige Meter nordöstlich befindet sich das Bräustüberl, das ebenfalls Fassadenmalerein von Bickel aufweist. Daneben das Hotel Husar, aus dessen blindem Fenster in Erinnerung an eine Einquartierung ein Husar und ein Infanterist „schauen“. Es sind Fresken aus dem Biedermeier. Das Anwesen ist schon 1587 „aktenkundig‘“ und seit 1611 ein Gasthof. Die „Alte Kirche“ kann ich heute auch aussparen, da ich sie nach einer Wanderung bereits besichtigt habe.
Also gehe ich zurück über die Loisach zum Marienplatz.
Auf dem Weg zum Hotel komme ich noch Ecke Höllentalstraße/Schmiedstraße an dem Baudenkmal der besonderen Art vorbei, dem Blockbau, der in die Zeit vor 1530 datiert ist. Die Schmiedstraße 6 weist ein gotisches Spitzbogenportal auf und die Nummer 2  Medaillons aus dem Biedermeier.
In der Höllentalstraße bietet das Haus Nr. 5 wiederum ein Beispiel eines mit Schindeln und Steinen belegten Daches.
Quasi gleich hinter dem Hotel ist die Kreuzstraße. Kenner behaupten, daß hier, Hausnummer 21a/23, das schönste Garmischer Bauernhaus stünde, erbaut 1687.
Mit reicher Fotoausbeute kehre ich zurück und lasse den letzten Abend genußvoll ausklingen.

Hotel Staudacherhof

Hotel Staudacherhof

Diesmal war der „Skiurlaub“ ein Novum für mich. Es war mangels Schnee Wandern angesagt. Meine im Hotel deponierten Skistiefel kamen diesmal nicht zum Einsatz und bleiben hier bis zum nächsten Jahr.

Zwar wäre alpin Skifahren im Classic-Gebiet, jedoch zum Teil auf Kunstschnee, oder selbstverständlich auf der Zugspitze, möglich gewesen Da jedoch das Wetter nicht so besonders war und keine Abfahrt ins Tal möglich, verzichtete ich darauf.
Für Langlauf war einfach kein Untergrund da und so wanderte ich und fand es wunderbar und habe nichts vermißt.
Was will man mehr!

Morgen, 10.04 Uhr geht mein Zug nach München, noch eineinhalb Tage mit Marianne und Hans und dann mit Freuden retour nach Teneriffa.

Zum Abschluß noch ein Spruch:

„Unsere Weisheit ist das Resultat unserer Erfahrungen, und unsere Erfahrungen sind das Resultat unserer Dummheit“.

Wie wahr!

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