Unterwegs in Deutschland

Daun in der Vulkaneifel

Wir hatten etwas  mit unseren Kindern zu feiern!
Wo sollte das stattfinden?

 

Unsere Wahl fiel auf das Städtchen Daun.
Nicht so ganz von ungefähr: Liebe Freunde haben es uns empfohlen, mit dem Tipp, für die Übernachtung das „Schlosshotel Kurfürstliches Amtshaus“ auszuwählen.
Vorab: Es war ein ausgezeichneter Rat.

Mit dem Besuch am ersten August-Wochenende hatten wir noch zusätzlich Glück: es wird hier das Fest des Heiligen Laurentius gefeiert, mit Kirmes, Feuerwerk und „Klassik auf dem Vulkan“. In einer Inszenierung der TheaterKompanie Stuttgart wurde vor der historischen Kulisse des Dauner Burgbergs „Jedermann“ von Hugo von Hoffnungsthal aufgeführt. Hervorragend!
Im Nachbarort Kerpen bei Hillesheim wurden Jazz und Tapas geboten. In der ehemaligen Strumpffabrik spielte die Düsseldorfer „Schampus All Star Band“, nach eigenem Bekunden „69er“, mitreißend bei Sonnenschein und begeisterten das Publikum.

Damit nicht genug:
Daun, Kreisstadt, erhielt 2011 das Zertifikat „Qualitäts-Stadt“, ist heilklimatischer Kurort, Kneippkurort mit staatlich anerkannte Heilquelle „Dunaris“, bietet zudem Mitten im Herzen des Vulkaneifel European Geoparks weltweit einmalige Einblicke in den Maarvulkanismus.

Der Prospekt des Hotels  klärt uns auf:
„Die Eifel-Vulkane waren erstmals vor rund 40 Millionen Jahren aktiv. Eine zweite Phase setzte vor etwa einer Million Jahren ein,  sie endete mit dem jüngsten Ausbruch, den Ulmener Maar, vor gerade einmal 10.000 Jahren. In der Vulkaneifel wurden bisher 350 Ausbruchszentren gezählt, davon etwa 270 aus der jüngeren Phase.
Drei der zehn bis heute mit Wasser gefüllten Maare liegen in unmittelbarer Nähe unseres Hotels: die Dauner Maare: das Schalkenmehrener Maar, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar.“

Das Gemündener Maar haben wir mit einer kleinen Wanderung, direkt vom Hotel aus, durch den schön angelegten Kurgarten, erkundet.
Der gepflegte Kurpark ist  ausgestattet mit einem Barfußpfad, Kneipp-Becken, Sauna, Teich mit Springbrunnen und vielen, vielen, vielen Enten und Gänsen drumherum. Auch die Heilquelle „Dunaris“ ist hier. Durch diverse Stelen wird man noch über unser Universum aufgeklärt und danach steigt man sanft bis zum Gemündener Maar auf. Ein kleines Stückchen bewegen wir uns auf dem Eifel Wandersteig.
Und da liegt es vor uns, das Gemündener Maar, fast kreisrund, grün-blau, 38 m tief und mit einem Durchmesser von 325 m. Wald, Farne, Blumen   säumen den schattigen, schön angelegten Wanderweg um das Maar.  Beim Natur- Freibad machen wir einen Einkehrschwung bei Wasser und Apfelschorle.

Im Faltblatt der Tourist-Information Daun können wir nachlesen, wie die Maare entstanden sind:
„Maare entstehen wenn heißes Wasser in Gesteinszonen aufdringt, die Wasser führen. Das Wasser wird explosionsartig in Wasserdampf verwandelt und sprengt durch seine plötzliche Ausdehnung das umgebende Gestein nach oben aus. Diesen Vorgang bezeichnet man als phreatomagmatische Explosion. Im Bereich des Explosionsherdes bildet sich ein Hohlraum in bis zu mehreren 100 m Tiefe. Über diesem bricht das überlagernde Gestein zusammen und der typische trichterförmige Krater entsteht. In der Vulkaneifel gibt es 75 Maare, an denen man alle Entwicklungsstadien der Maarentstehung nachvollziehen kann.“

So „schlau“ gemacht kehren wir auf dem selben Weg zum Schlosshotel zurück. Dort relaxen wir auf der sonnenbeschienenen Terrasse und fahren nachmittags nach Kerpen bei Hillesheim zu Jazz und Tapas.

Die Fahrt dorthin – durch diese besondere Landschaft – ist selbst schon ein Erlebnis. Weit geht der Blick über  das Land. Die begrünten Vulkankegel machen die Landschaft abwechslungsreich. Der blaue Himmel ist mit dicken weißen Wolken betupft.
So eingestimmt genießen wir die entspannte Atmosphäre bei dem Jazz Konzert, die angebotenen Tapas waren auch nicht zu verachten.

Abends erwartete uns dann im Schlosshotel ein Fünf-Gang Festmenü.
Der Rahmen: Seit 300 Jahren steht das Haus auf der ehemaligen Burganlage der Grafen von Daun. Erlesenes Mobiliar und antike Raritäten  bestimmen die Atmosphäre des Gourmetrestaurants „Leopold“.  Kerzen, wunderschöne Blumengestecke runden das Bild ab.
Aufmerksame, freundliche, liebevolle Bedienung tragen zu der besonderen Atmosphäre bei. Serviert wird ein Menü vom Feinsten, Augen und Gaumen kommen voll auf ihre Kosten.

Zur Abrundung dieses wundervollen Tages: ein Feuerwerk anläßlich des Laurentiusfestes!
Fantasievolle Kreationen in immer neuen Variationen begeistern.
Nicht umsonst nennt man den Sternschnuppenschwarm, der regelmäßig Anfang August zu beobachten ist, im Volksmund „Laurentiustränen“.

Am nächsten Tag macht uns das Wetter durch unsere geplanten Aktivitäten einen Strich durch die Planung: Es regnet.

Aber selbst dies muss kein Grund für Trübsal sein, denn man könnte den modernen Spabereich des Hotels nutzen, das Vulkanmuseum oder das Hallenbad aufsuchen.

Ein verlängertes Wochenende ist für die Möglichkeiten, die diese Region der Eifel bietet, viel zu kurz.

Es gibt zahlreiche Wander- und Fahrrad-Möglichkeiten. Nur zum Beispiel: neben dem Lieserpfad, den Manuel Andrack in seinem Buch „Du musst wandern“ sogar zur „schönsten Streckenwanderung der Welt“ erklärte, führen weitere bekannte Hauptwanderwege durch die Vulkaneifel.

Die Radfahrer kommen auch auf ihre Kosten: drei Premiumradwege führen durch die Vulkan Eifel: der Kylltal-Radweg, der Maare-Mosel-Radweg und die Vulkan-Rad-Route-Eifel. Zudem gibt es sogar einen Zubringerbus-Service.

Was noch? Wie wäre es mit Heißluftballon fahren?
Oder ein halbstündiger Rundflug mit einem kleinen Flugzeug über die Maare und die Moselschleife?
Oder eine Fahrt mit der Eifelquerbahn, die mit Schienenbussen die Eifelstädtchen Gerolstein, Daun, Ulmen und Kaisersesch verbindet.
Oder vielleicht eine Weinprobe?

Fazit:
Wir waren vor ein paar Jahren in der Ettringer-Ley und haben dort mit unserem Enkel eine Vulkanwanderung gemacht, besichtigten in Mayen das Museum und sind in das Schiefer Bergwerke „eingefahren“.
Vor zwei Jahren erkundeten wir die Gegend um Manderscheid und erhielten bei einem Rundflug vom Flugplatz Daun-Senfeld aus einen wunderbaren Überblick über die diversen Maare.

Jedoch überzeugte uns in diesem Jahr Daun selbst.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es nicht das letzte Mal war, dass wir hier waren!

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